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Erklärung der verschiedenen Methoden in der Elektroepilation

Koagulation: bei der Diathermie/Thermolyse (ca. 1 s/ Haar) wird durch Hitze die Form des Eiweiß (Proteine) verändert, sodass es denaturiert (Das Eiweiß verliert somit seine native, also die ursprüngliche Form). Das ist so wie beim Eier kochen; wir können den Zustand von einem hartgekochten Ei nicht mehr verändern, d.h. nicht mehr flüssig machen. Dieser Vorgang der Hitzedenaturierung wird als irreversibel bezeichnet. Somit verlieren die Eiweiße ihre Funktionalität. Genau das passiert bei der Elektroepilation mittels Thermolyse. Dabei wird Wärme in Form hochfrequenten elektrischen Strom eingebracht und somit das Eiweiß denaturiert. Dadurch wird das Eiweiß „hart“ gemacht und als Fremdkörper vom Köper bzw. Gewebe abtransportiert. Bei der richtigen Geräteeinstellung zerstören wir dabei das Gewebe um das Haar herum nicht. Bei zu hoher Frequenz wird zu viel Energie und somit Wärme in das Gewebe eingetragen und würde das umliegende Gewebe „verbrennen“. (Dies liegt an der hohen Eindringtiefe, weiter unten mehr dazu)

Die Temperatur, bei der die Denaturierung, also die strukturelle Veränderung von Proteinen beginnt, ist stark abhängig von der Art und vom Ursprungsorganismus. Während menschliche Eiweiße bereits ab 42 °C denaturieren können (deshalb kann Fieber so schädlich sein), denaturiert Hühnerweiß erst ab einer Temperatur bei ca. 80 °C. Dies hat einen kompletten Verlust der biologischen Aktivität sowie eine Veränderung der Löslichkeit zur Folge. Es kommt zu Ausflockung bzw. Gerinnung.

Die Kurzwellentherapie oder Diathermie (Thermolyse) genannt, wird dadurch charakterisiert, dass mit Hilfe von hochfrequenten elektrischen Strom auch in der Tiefe zu Wärmeentwicklungen kommt. Dies ist nicht zu vergleichen mit der Anwendung von Infrarotwellen, die hautsächlich die Hautoberfläche erwärmen um Muskelverspannungen zu behandeln.

Verwendet werden Frequenzbereiche von 13,56 MHz, 27,12 MHz und 40,68 MHz.  Die hochfrequenten Ströme oder Felder haben bei der Kurzwellentherapie eine Gewebeeindringtiefe oder Ausbreitung im Gewebe von mehr als 20 cm.  Für Anwender heißt es, dass auch bei der Thermolyse mit Ausbreitung des Stroms im Gewebe zu rechnen ist. (Das rührt daher, dass der Körper zu fast 80 % aus Wasser besteht und Wasser bekanntlich elektrischen Strom leitet)

Demzufolge ist eine Behandlung z.B. an Schwangeren, Risikopatienten mit Herzschrittmachern, Tumoren oder Metallimplantaten nicht möglich, da die Ausbreitung des Stromes im menschlichen Gewebe nicht vorhersehbar ist. Egal in welchem Bereich gearbeitet wird!

Kolligation: bei der Elektrolyse (ca. 2 min/Haar) wird im Gegensatz zur Thermolyse Gleichstrom (= galvanischer Strom) verwendet. Dabei wird die Kathode (negativ geladen) direkt in den Haarkanal eingeführt und die Anode wird als Gegenpol irgendwo am Köper angebracht. An der negativ geladenen Kathode bildet sich aufgrund von Ladungsseparation Natronlauge NaOH. Dadurch steigt der pH Wert in den alkalischen/basischen Bereich (wird erhöht). Das Eiweiß denaturiert und verliert somit seine biologische Funktion.

Bei einer Veränderung des pH-Wertes verändern Eiweiße ihre Polarisation (Ladung). Jedes Eiweiß hat bei einen angegeben pH-Wert eine andere, für ihn charakteristische Ladung. Diese Ladung ist auch wichtig für das Lösungsverhalten der Proteine in wässriger Umgebung.

Durch die Laugenbildung und der damit einhergehenden pH-Wert Erhöhung wir das Protein salopp gesagt aus dem Ladungsgleichgewicht gebracht. Somit verliert es die Fähigkeit, gelöst zu sein und denaturiert (wie bei der Thermolyse). Diese Art der Denaturierung könnte jedoch wieder rückgängig gemacht werden, würde man den pH- Wert durch Säurezugabe wieder erniedrigen. (Denaturierung mittels Hitze kann nicht rückgängig gemacht werden)

Verschiedene Eiweiße haben in einem angegebenen pH-Wert, verschiedene Ladungen. Bei einer Veränderung des pH-Werts kann folgen, dass das Eiweiß seine Polarisation (Ladung) verändert. Gewisse Eiweiße haben andere Größen und Formen. Wenn Eiweiß in wässriger Lösung mit elektrischem Energiefeld zum Wandern gezwungen wird, werden gewisse Eiweiße wegen ihrer unterschiedlichen Ladung, Form und Größe, trennbar, da sie sich auch mit verschiedener Geschwindigkeit bewegen. Warum sich eins schneller bewegt als das andere, ob es eine größere Ladung oder kleinere Größe hat, lässt sich schwer sagen.
Wenn der pH-Wert der Umgebung niedriger als der IEP-Wert des Eiweiß ist, wird das Eiweiß positiv und wandert zum Katod. Wenn der Wert der Umgebung höher ist, wird das Eiweiß negativ. Wenn der pH- und IEP-Wert gleich sind, wird die Ladung wird null und das Eiweiß wandert nicht.

Es heißt für Anwender, wenn der pH-Wert des Gewebes sich verändert hat, verändern sich die Kolligationschancen.
Die Anwendung der Elektrolyse in der Elektroepilation, heißt, dass wenn man von der „Nachwirkung“ spricht, nutzt man die Kolligationswirkung aus. So haben wir bei einer korrekten Durchführung der Epilation die

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